Der neue Heb­am­men­hil­fe­ver­trag führt zu Sor­gen und Ver­är­ge­rung auch im Hochsauerlandkreis

Auf Ein­la­dung der Heb­am­men- und Fami­li­en­pra­xis Mesche­de, die zwar nicht in der Geburts­hil­fe, aber davor und danach im Ein­satz sind, hat sich der hei­mi­sche Land­tags­ab­ge­ord­ne­te Mat­thi­as Kerkhoff mit Heb­am­men getrof­fen und sich die Situa­ti­on schil­dern las­sen. Neben den nega­ti­ven Aus­wir­kun­gen des Heb­am­men­hil­fe­ver­trags kam auch zur Spra­che, dass sich die Heb­am­men von den Kran­ken­kas­sen nicht aus­rei­chend wert­ge­schätzt füh­len. Viel Kon­trol­le und wenig Ver­trau­en mache ihnen die Arbeit schwer. Form­feh­ler, zum Bei­spiel wenn Müt­ter Ver­si­che­rungs­be­stä­ti­gun­gen falsch aus­füll­ten, gin­gen zu ihren Las­ten. Auch bei den ange­bo­te­nen Kur­sen trü­gen sie bei Nicht-Erschei­nen der Teil­neh­me­rin­nen allein das Risi­ko. Obwohl sich die Kom­mu­ni­ka­ti­on mit den Müt­tern stär­ker ins digi­ta­le ver­schie­be, könn­ten bestimm­te Leis­tun­gen nur abge­rech­net wer­den, wenn sie tele­fo­nisch oder per­sön­lich erfolg­ten, aber nicht per SMS, was von vie­len Müt­tern bevor­zugt würde.
„Wir lie­ben unse­ren Beruf, wir beglei­ten neu­es Leben mit Herz, Ver­ant­wor­tung und höchs­ter Fach­lich­keit. Kin­der sind unse­re Zukunft, und wir arbei­ten jeden Tag prä­ven­tiv, ver­hin­dern Kom­pli­ka­tio­nen und spa­ren damit hohe Kran­ken­haus- und Arzt­kos­ten. Der neue Ver­trag stellt Exis­ten­zen in Fra­ge. Wer Heb­am­men schwächt, schwächt die Zukunft unse­rer Kin­der“, so Heb­am­me Chris­ti­na Richter.
Der neue Heb­am­men­hil­fe­ver­trag, der im April 2025 im Schieds­stel­len­ver­fah­ren zwi­schen Kran­ken­kas­sen und Heb­am­men ent­schie­den wur­de, sorgt für nicht uner­heb­li­che Ein­kom­mens­ein­bu­ßen. Die­se belie­fen sich auf bis zu 30% und wür­den auch durch die bes­se­re Ver­gü­tung bei einer Eins-zu-Eins Betreu­ung nicht voll­stän­dig kom­pen­siert wer­den, dies haben Mus­ter­be­rech­nun­gen mitt­ler­wei­le erge­ben. Lan­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Karl-Josef Lau­mann hat­te sich bereits an den Spit­zen­ver­band der Gesetz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung gewandt, vor dem Rück­zug von Heb­am­men-Teams gewarnt und auf­ge­for­dert Anpas­sun­gen vor­zu­neh­men. Die­ser For­de­rung schließt sich Mat­thi­as Kerkhoff an: „Wir müs­sen zu einer Lösung kom­men, die die wert­vol­le Arbeit der Heb­am­men ange­mes­sen honoriert.“

Bild­un­ter­schrift:

Kers­tin Big­ge, Nadi­ne Rüt­her, Chris­ti­na Rich­ter und Mat­thi­as Kerkhoff